Höhere Präsenz von Transgendern führt zu mehr Toleranz

Internationaler Meinungsvergleich zu Transgendern

Eine repräsentative Studie des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos in 16 Ländern von 2018 zeigt, dass zwei Drittel der Deutschen Transgender für mutig halten und sie für ein natürliches Vorkommnis halten. In der Studie wurden die Bürger nach ihrer Meinung zu transsexuellen Menschen und deren Rechte gefragt.

Dabei finden 66% der Deutschen, dass Transsexualität ein natürliches Vorkommen ist und der Schritt zudem mutig ist. Das Deutschland toleranter gegenüber Transgendern wird, bestätigte jeder Zweite. Damit nehmen im internationalen Vergleich deutlich weniger Menschen als in anderen Ländern eine positive Veränderung wahr. In Kanada und Argentinien nahmen beispielsweise 78% und in Großbritannien 75% eine positive Veränderung wahr.

Außerdem zeigt die Studie, dass 64% der Deutschen das angestrebte Adoptionsrecht von Transgendern unterstützt. Im internationalen Durchschnitt liegen die Zahlen hierzu nur bei 55%. Auch die Aussage „Transgender sollten vor Diskriminierung geschützt werden“ bestätigten in Deutschland 78% und im internationalen Vergleich nur 70%. Das Transgender die Tradition der eigenen Kultur verletzen bejahten lediglich 12% der Deutschen, was nur die Hälfte zum internationalen Vergleich ist.

Einstellung der Deutschen

© 2018 Transoranz

Ein Drittel der US-Amerikaner hat zudem das Gefühl, dass die Gesellschaft das Ausleben einer anderen Geschlechteridentität zuließe, ginge zu weit. Dagegen empfinden nur 16% der befragten Deutschen so. Demgegenüber stimmen 8 von 10 Befragten in Spanien für operative Geschlechtsumwandlungen. In Deutschland stimmten 78% und in Argentinien 79% der Befragten zu, dass es Menschen, die sich dem anderen Geschlecht zugehörig fühlen, erlaubt sein sollte, eine operative Geschlechtsumwandlung durchführen zu lassen.

In den USA ist eine deutliche Mehrheit von 65% dafür, den Militärdienst für Transgender offen zu halten. Auch in Deutschland sind 67% dafür Transgender in die Bundeswehr aufzunehmen.

© 2018 Ipsos

Anstieg von Anträgen nach TSG lässt auf höhere Präsenz transsexueller Menschen schließen

Das deutsche Transsexuellengesetz (TSG) wurde im Jahre 1980 mit Wirkung ab 1. Januar 1981 unter dem Titel Gesetz über die Änderung der Vornamen und die Feststellung der Geschlechtszugehörigkeit in besonderen Fällen verabschiedet.

In Deutschland wird in allen Bundesländern ein Anstieg der Anträge auf Personenstands- und Vornamensänderung nach dem TSG verzeichnet. Die Konzentration der Anträge lässt entsprechend auf die Präsenz transsexueller Menschen in der Gesellschaft schließen.

Im Zeitraum von 2005 bis 2014 erreichte Nordrhein-Westfalen den größten Anstieg mit mehr als doppelt so vielen eingereichten Anträgen. 2005 verzeichneten sie noch 139 Einreichungen und 2014 bereits 333. Im allgemeinen Vergleich sind Transgender in Mecklenburg-Vorpommern in geringerer Konzentration angesiedelt, da sie 2014 nur auf 18 Anträge auf Personenstands- und Vornamensänderung zurückgreifen konnten.

2005 wurden in ganz Deutschland 991 Anträge auf die Änderung des Personenstandes und des Vornamens gestellt. Nach dem stetigen Anstieg 2011 auf 2179 Anträge fiel die Anzahl bis 2014 auf 1843, was dennoch etwa doppelt so viele Einreichungen wie 2005 bedeuten.

© 2015 transalliance

TSG Anträge

© 2018 Transoranz

Führt die höhere Präsenz von Transgendern zu mehr Toleranz?

Deutschland ist vergleichsweise Toleranter als andere Länder und verzeichnet zugleich einen großen Anstieg an präsenten Transgendern in der Gesellschaft. Durch die ständige Konfrontation mit der Thematik erhalten die Menschen mehr Informationen über Transgender. Je höher die Präsenz transsexueller Menschen ist, umso mehr Menschen lernen sie persönlich kennen und entwickeln eine emotionale Ansicht, was sich positiv auf die Toleranz und Akzeptanz auswirkt. Abschließend bleibt entsprechend fest zu halten, dass eine höhere Präsenz von Transgendern auch zu mehr Toleranz und Akzeptanz führt.

In der folgenden Story Map findest du die genauen Zahlen zu den Personenstands- und Vornamensänderungen nach TSG in den einzelnen Bundesländern:

Transoranz-Anträge nach TSG


© Marktmeinung – http://www.marktmeinungmensch.de/studien/toleranz-der-deutschen-gegenueber-transgendern-im-/

© Ipsos – https://www.ipsos.com/de-de/jeder-zweite-deutsche-sieht-wachsende-toleranz-gegenuber-transgendernhttp://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/009/1600947.pdf

© Trans-ident – https://www.trans-ident.de/trans-ident-beratungsstelle/ablauf-einer-vornamens-und-personenstandsaenderung

© Dijg – https://www.dijg.de/transsexualitaet-geschlechtsumwandlung/im-falschen-koerper-geboren-ist-es-jetzt-mode-transgender-zu-sein/

© Transalliance – https://transallianceproject.files.wordpress.com/2015/10/statistik_tsg_verfahren__v3-84_ttic2b3-alliance_2018-11-30.pdf

© Transalliance – https://transallianceproject.wordpress.com/2015/10/08/detailzahlen-zum-tsg-offizielle-zahlen/comment-page-1/

©knightlab – https://uploads.knightlab.com/storymapjs/a0ed79e5b83e19a72fb732b9339e1678/antrage-nach-dem-tsg/index.html