6 Schritte, die Transgender für den richtigen Körper gehen

Du hast dich als transident geoutet, aber keine Ahnung was du als nächstes tun sollst um dein Geschlecht zu wechseln? Dann findest du hier einen Wegweiser, der dich sicher an dein Ziel bringen wird.

1. Der Alltagstest

Er dient dazu festzustellen, ob sich die Erwartungen des Betroffenen erfüllen oder diese korrigiert werden müssen. Deshalb ist es wichtig ihn vorerst ohne jegliche medizinische oder juristische Maßnahmen durchzuführen. Außerdem wird der Start von dem begleitenden Psychotherapeuten oder Psychiater in den Unterlagen festgehalten. Der medizinische Dienst der Krankenversicherung empfiehlt den Alltagstest 1 Jahr zu durchlaufen, das ist allerdings keine Pflicht.

2. Hormone

Der erste Schritt der medizinischen Geschlechtsangleichung ist in der Regel die gegengeschlechtliche Hormonbehandlung. Der Körper verändert sich durch die jeweils verabreichten Geschlechtshormone in die Richtung des männlichen oder weiblichen Erscheinungsbildes. Die Wirkung der Hormone fällt bei jedem anders aus, abhängig von der jeweiligen Veranlagung und dem Lebensalter.

Frau-zu-Mann

Testosteron wirkt sich auf den gesamten Körper aus und lässt ihn vermännlichen. Bei den Frau-zu-Mann Transsexuellen verändert sich die Stimme, da der Stimmbruch meist einige Wochen bis Monate nach Behandlungsbeginn einsetzt. Die Muskulatur nimmt zu und die Haut wird gröber. Auch die Körperbehaarung nimmt zu und der Bartwuchs beginnt mit der Zeit. Markantere Gesichtszüge und ein Anstieg der Libido sind ebenfalls zu verzeichnen. Die Fettverteilung wird dem eines Mannes angepasst. Je nach Veranlagung kommt es auch zu Akne und Glatzenbildung. Infolge der Hormonbehandlung kann es zusätzlich zur Aussetzung der Regelblutung kommen. Da es allerdings nicht immer der Fall ist, kann zusätzlich mit Gestagenen behandelt werden. Testosteron kann als Gel, Injektionslösung mit Depot, Tabletten oder Pflaster verabreicht werden.

Mann-zu-Frau

Östrogen wirkt sich auf den gesamten Körper aus und lässt ihn verweiblichen. Das Drüsengewebe nimmt zu und dadurch wird das Brustwachstum eingeleitet. Eine teils erhebliche Senkung der sexuellen Potenz und eine Abnahme der Libido ist durch die Hormongabe zu verzeichnen. Infolge der Behandlung kommt es zu einer weiblichen Fettverteilung und die Gesichtszüge werden insgesamt weiblicher. Die Haut wird zarter und oft kommt es zu einer deutlichen Verringerung der Körperbehaarung. Auch die Muskulatur passt sich der weiblichen an. Der Bartwuchs und die Stimme verändern sich durch die hormonelle Umstellung nicht. Dadurch kommt ein Stimmentraining oder eine Stimmoperation in Frage. Östrogen kann als Gel, Injektionslösung, Tabletten oder Pflaster verabreicht werden.

Welche Medikamente sich für die Behandlung des Einzelnen eignen und welche Nebenwirkungen auftreten können, bleibt mit dem behandelnden Arzt abzuklären.

3. Gutachten

Es werden zwei Gutachten für die Personenstands- und Vornamensänderung und für die Beantragung der Kostenübernahme der Geschlechtsangleichenden Operationen benötigt. Dafür müssen sie folgende Punkte beinhalten:

  • Eine manifestierte Geschlechtsidentitätsstörung wurde von einem Psychiater oder Psychotherapeuten ausreichend überprüft und gesichert.
  • Eine mindestens zwölfmonatige Behandlung eines Psychiaters oder Psychotherapeut ist erfolgt.
  • Der Alltagstest wurde mindestens zwölf Monate erprobt.
  • Der Patient hat einen krankheitswertigen Leidensdruck.
  • Andere psychische Erkrankungen wurden ausreichend stabilisiert oder ausgeschlossen.
  • Der Patient wurde über Risiken und Nebenwirkungen ausreichend aufgeklärt.

4. Personenstands- und Vornamensänderung

Nach dem deutschen Transsexuellengesetz (TSG) kann man den Vornamen an das neue Geschlecht anpassen und in allen Papieren ändern lassen.

Eine Voraussetzung dafür sind zwei voneinander unabhängige Gutachten, die bestätigen müssen, dass sich das Zugehörigkeitsempfinden zum anderen Geschlecht mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr ändern wird. Die Gutachter werden dafür meistens vom Amtsgericht vorgeschrieben. Außerdem muss darin bestätigt werden, dass man seit mindestens drei Jahren unter dem Zwang steht, im entsprechenden Geschlecht zu leben. Mit der Vornamensänderung kann auch die Personenstandsänderung erfolgen. Operationen oder die dauerhafte Sterilität sind heute dafür nicht mehr erforderlich. Bei dem, für den Wohnort zuständigen, Amtsgericht ist hierfür ein formloser Antrag auf Personenstands- und Vornamensänderung einzureichen. Dem Antrag sind zum einen die beiden voneinander unabhängigen Gutachten, wie auch eine Kopie der Geburtsurkunde, eine Aufenthaltsbescheinigung der Wohnortsgemeinde und eine Kopie vom gültigen Personalausweis oder Pass beizufügen.

5. Befunde

Die gesetzlichen Krankenkassen fordern Befunde, damit sie die Kosten der geschlechtsangleichenden Operationen übernehmen. Folgende Befunde werden dafür benötigt:

  • Eine Hormonanalyse zur Beurteilung der aktuellen Hormonwerte
  • Eine urologische oder gynäkologische Untersuchung mit Beurteilung der inneren und äußeren Geschlechtsorgane
  • Eine Chromosomen-Analyse zur Beurteilung des Genotyps
  • Blutuntersuchungen, EKG und Blutdruckmessung

6. Operationen

Durch Geschlechtsangleichende Operationen werden die Geschlechtsmerkmale dem Geschlechtsempfinden in Aussehen und Funktion angeglichen. Welche Operationen zur Geschlechtsangleichung durchgeführt werden, hängt davon ab, was der Betroffene selbst wünscht.

Frau-zu-Mann

Bei der geschlechtsangleichenden Operation von Transmännern werden die äußeren und inneren weiblichen Geschlechtsorgane entfernt und männliche rekonstruiert.

  1. Die Mastektomie beschreibt die Entfernung der weiblichen Brüste dabei werden gegebenenfalls die Brustwarzen verkleinert und frei transplantiert.
  2. Als Hysterektomie versteht sich die Entfernung der Gebärmutter.
  3.  Ovarektomie oder Adnektomie ist die Entfernung der Eierstöcke und Eileiter.
  4. Die Entfernung der Scheide erfolgt in der Kolpektomie.
  5. Außerdem wird der Kltorispenoid in der Klitpen durchgeführt, dabei wird ein „kleiner Penis“ geschaffen.
  6. Mit der Phalloplastik oder dem Penoidaufbau wird der Penis rekonstruiert.
  7. Als Glansplastik oder Sulcus-coronarius-Plastik versteht sich die Bildung der Eichel am Penoid.
  8. Die Formung des Hodensacks und gegebenenfalls die Einsetzung der Hodenprothese erfolgt in der Skrotum-Rekonstruktion oder Neoskrotum.
  9. Darauf folgt die Implantation einer Errektions- und Hodenprothese, der Penisprothese.
  10. Gegebenenfalls sind Korrekturen notwendig

Mann-zu-Frau

Bei der geschlechtsangleichenden Operation von Transfrauen werden die äußeren und inneren männlichen Geschlechtsmerkmale entfernt und die weiblichen Geschlechtsorgane rekonstruiert.

  1.  Die Orchiektomie oder Orchidektomie ist die Entfernung der Hoden.
  2. Als Corpora cavernosa versteht sich die Entfernung der großen Schwellkörper.
  3. Neovagina bezeichnet die Konstruktion einer Scheide.
  4. Mit der Neoklitoris wird ein Gefühls-sensibler Kitzler konstruiert.
  5. Außerdem wird die Harnröhre verkürzt.
  6. Die Labienplastik ist die Konstruktion von Schamlippen aus dem Hodensack.
  7. Der Aufbau des Schamhügels wird als Mons pubis bezeichnet.
  8. Es können gegebenenfalls ein Brustaufbau, eine Schildknorpel-Verkleinerung und weitere plastische Operationen zur Verweiblichung erfolgen.

© Transmann e.V – http://transmann.de/trans-informationen/allgemeine-tipps/

© BR – https://www.br.de/puls/themen/leben/trans-transgender-geschlechtsangleichung-operation-100.html

©Heilpraxis – https://www.heilpraxisnet.de/symptome/transsexualitaet-transsexuelle-orientierung-2016062670178

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